Frauenchor-Richterswil | Öises Vereinsläbe

Chorreise vom 3./4. Oktober 2020

Sonntag, 4. Oktober, 2020

                                             Frauenchorausflug ins Münstertal

Am grauen, regnerischen Samstagmorgen des 3. Oktobers versammeln sich ca. 30 reiselustige Sängerinnen plus die noch etwas verschlafene Chorleiterin am Bahnhof in Richterswil. Pünktlich trifft unser „Wäspi“-Reisecar mit dem freundlichen Fahrer ein, der uns später während unserer Reise immer wieder mit humorvollen Kommentaren unterhält.

Nachdem sich unsere Reisegruppe bei Burghalden vervollständigt hat, nehmen wir die Autobahn unter die Räder und stellen uns dabei die aufgehende Sonne, die Churfirsten und Quinten am Walensee vor - leider versteckt sich fast alles im Regen und Nebel. Im Prättigau gibt uns Eveline persönliche Einblicke in ihre zweite Heimat, und in Klosters schwärmt Silvia mit viel Begeisterung über ihre schönen Touren in der Gegend. In Wolfgang Davos können wir die Beine vertreten und geniessen Kaffee und feine Gipfeli.

Auf der kurvenreichen Flüelapassstrasse nähern wir uns dem Unterengadin, begleitet von den eindrücklichen Spuren der starken Regenfälle der vergangenen Nacht. Über den Ofenpass geht’s weiter Richtung Valchava, unserem Ziel. Unsere Berggängerinnen machen uns schöne Orte und Wanderungen schmackhaft, was man doch alles sehen und begehen könnte, wenn es nicht so stark regnen würde! Trotzdem steigen bei Fuldera zwölf Frauen aus dem Reisecar, montieren zum Teil noch Regenhosen und begeben sich zu Fuss auf den Weg zum Hotel. Es tropft, die frische Luft und die Bewegung tun trotzdem gut.

 Im Hotel Central in Valchava, begrüsst uns die sehr engagierte und freundliche Gastgeberin Claudia, und wir beziehen unsere gemütlichen Zimmer.

Nach dem Genuss einer feinen warmen Heu- oder Kürbissuppe geht es nach St. Maria, wo wir die Handweberei Tessanda besuchen. Eine flotte junge Dame sitzt am Webstuhl, und wir können ihre flinken Hände und Füsse bei der Arbeit beobachten; der Stoff mit dem schönen Muster wächst langsam - sehr langsam. Kein Wunder, dass die Produkte im Laden so teuer sind. Der Himmel hat sich inzwischen aufgeklärt, und bis halb fünf, bis zu der Führung im Kloster St. Johann in Müstair haben wir noch Zeit, ein paar Schritte zu machen und die wunderschöne Landschaft zu bewundern.

In der Klosterkirche hinter den alten Mauern ist es sehr kalt, aber die interessanten Informationen über die Geschichte der Gebäude, die Fresken, und über das ehemalige und heutige Leben der Nonnen ist aufregend. Aufgrund der Knochenfunde konnte z. B. festgestellt werden, dass Hasenfleisch am häufigsten auf dem Speiseplan stand. Während des Rundganges staunen wir über die kleinen Betten der Nonnen und erfahren, dass die Frauen damals fast sitzend geschlafen haben. Ein Aberglaube besagte, dass der Tod die Liegenden besser holen kann. Später erklingt noch ein seltenes, altes Instrument, eine Tischorgel, für uns. Nach dem letzten schönen Blick ins Südtirol kehren wir in unser Hotel zurück und freuen uns auf das gemeinsame Nachtessen. Ossobuco mit Risotto, ausgezeichnet zubereitet. Nach dem Dessert überrascht uns Evi Irzl: Jetzt spielen wir etwas! Geografie und Schoggi-Ratespiele machen sehr gute Laune, es wird fleissig gerätselt und viel gelacht! Danke Evi für die gute Idee!

Am nächsten Tag treffen wir uns beim Z‘Morgen und freuen uns, dass es gerade nicht regnet: um 10Uhr wollen wir ja ein paar Lieder singen. Der Herbstmarkt wurde leider abgesagt, aber die Mitarbeiterinnen des Hotels sind dankbare Zuhörerinnen (Eveline aus Thalwil hat besondere Freude am Züriseelied).

Wir verabschieden uns, und unser Fahrer bringt uns durch die für einen Reisecar extrem schmalen Gassen sicher nach Glurns. Dieses kleine Städtchen mit den intakten mittelalterlichen Stadtmauern birgt für jede und jeden abwechslungsreiche Sehenswürdigkeiten: Laubengang, Bilderaustellung, Kirche (gerade mit Firmung und Dorfmusik), Parkanlage, Souvenirladen und natürlich gemütliche Cafés. Bis zu unserem Termin am Treffpunkt kann sich jede nach Lust und Laune beschäftigen.

Bei zum Teil spektakulären Blicken in die Berge und Täler, Regen, Sonne, sogar Regenbogen führt unsere Fahrt weiter zum Reschenpass. Beim aus dem Stausee herausragenden Kirchturm obligatorischen Fototermin Nieselregen und Wind: dafür schöne, abwechslungsreiche Lichtverhältnisse für eindrückliche Aufnahmen.

Über Landeck nähern wir uns langsam wieder der Schweiz. Zum Z’Vieri halten wir in Braz: einige können sich auf einem schönen Wanderweg bei den letzten Sonnenstrahlen die Füße vertreten, andere stärken sich mit Plättli oder Kaiserschmarrn. Vor Eintritt der Dunkelheit erreichen wir wieder Richterswil.

Wir danken Silvia und Eveline sehr, die diese abwechslungsreiche und gemütliche Reise so gut und umsichtig vorbereitet haben. Wir danken aber auch allen Sängerinnen, die trotz der speziellen Umstände in diesem Jahr mit der notwendigen Sorgfalt und Vorsicht, aber auch mit Mut und guter Laune dabei waren und dadurch die Chorgemeinschaft stärkten.

ZA